Bamberger Thema

GAL erreicht mehr Schutz für Fuß- und Radverkehr 11.10.2018
Verkehr, Aktuelles, BA-Thema, Presse-Mitteilung
EBB will LKWs mit Abbiegeassistenten nachrüsten um Unfälle beim Rechtsabbiegen zu vermeiden

Pressemitteilung

Hoch erfreut zeigen sich GAL-Vorstandsmitglied Christian Hader und GAL-Fraktionsvorsitzende Ursula Sowa über die nun kommende Umsetzung eines Antrags der Bamberger Grünen vom Juni 2018. Sie hatten von der Stadtverwaltung den nachträglichen Einbau von so genannten Abbiegeassistenzsystemen in städtischen LKWs gefordert. Hintergrund war, dass es in diesem Jahr in Deutschland bereits viele tödliche Unfälle – auch mit Kindern – durch rechts abbiegende Lastkraftwagen gab.

„Abbiegeassistenzsysteme können Leben retten, weshalb das Pilotprojekt des Entsorgungs- und Baubetriebs der Stadt Bamberg erfreulich ist“, meint GAL-Vorstand Christian Hader, mahnt aber gleichzeitig: „Gute Pläne verschwinden in Bamberg gerne mal für Jahre in einer Schublade. Gerade hier ist jedoch schnelles Handeln gefordert, nachdem 2015 auch in Bamberg eine junge Radfahrerin bei einen solchen Unfall ihr Leben verloren hat.“

GAL-Fraktionsvorsitzende Ursula Sowa war bei der Bausenatssitzung voll des Lobes für den Entsorgungs- und Baubetrieb der Stadt, der den GAL-Antrag umfassend umsetzen will: „Der EBB will sich richtig ins Zeug legen und ist auf der Höhe der Zeit – toll!“ Dass eine solche Nachrüstung den selbst gesteckten städtischen Zielen entspricht, ergänzt Christian Hader: „Im Verkehrsentwicklungsplan 2030 verpflichtet sich die Stadt der ‚Vision Zero’, d.h. es sollen in Zukunft auf Bambergs Straßen keine Menschen mehr getötet oder schwer verletzt werden. Durch den GAL-Antrag erfolgt nun ein wichtiger Schritt in diese Richtung.“

ch



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BoeWolfF schrieb am02.11.2018 17:48 Uhr folgenden Kommentar:
So wichtig und richtig (und überfällig) die Abbiegeassistenten auch sind - sie werden das Problem nicht lösen, sondern allenfalls mildern können.

Zum einen werden Radfahrer nicht nur von abbiegenden Lkw- und Busfahrern gefährdet, sondern gleichfalls durch achtlose Pkw-Fahrer. Und gegen derartige Achtlosigkeit helfen die besten technischen Hilfen nicht, insbesondere, wenn es möglich sein sollte, sie abzuschalten.

Ich empfehle in diesem Zusammenhang dringendst die Lektüre des entsprechenden Beitrags des "Stern" (http://www.cycleride.de/aktuelles/news/101-das-magazin-stern-prangert-ausrede-toter-winkel-an.html).

Auch gegen das ebenso acht- wie rücksichtslose Blockieren der Radwege und -fahrstreifen durch aus untergeordneten Straßen und Zufahrten kommende Kraftfahrzeuge hilft ein Abbiegeassistent wenig. Leider sehen sehr viele Kraftfahrer erst dann zur Seite, wenn ihr Vehikel bereits behindernd steht. Dann aber hat es manches Mal bereits gescheppert.

All diese Gefahren werden durch die Separation des Radverkehrs auf mehr oder weniger eigene Flächen neben oder am Rand der Fahrbahn deutlich verstärkt. Denn die Radler bewegen sich dort außerhalb des bewußten Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsbereichs der Kraftfahrer. Dieses Gefahrenpotential ist auch den durch den Radentscheid favorisierten "protected-bike-lanes" eigen - doch diesen Aspekt zu berücksichtigen, hat sich die Initiative strikt geweigert.

Auch der ADFC, der bis vor gar nicht langer Zeit die Separation äußerst kritisch gesehen und die Aufhebung der allgemeinen Radwegbenutzungspflicht vorangetrieben, erreicht und begrüßt hatte, kann seinen diesbezüglichen Meinungswechsel fachlich nicht begründen. Sein einziges "Argument": das subjektive - und damit in falsche, gar gefährliche "Sicherheit" wiegende - Gefühl vieler Radler. Das ist, wenn es um Menschenleben geht, etwas arg wenig.

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