GAL - Aktuelle Informationen

Beim Sammeln von Klein-Elektroschrott ist Bamberg ganz hinten mit dabei 24.11.2017
Umwelt+Klima, Aktuelles, BA-Thema
Der GAL-Vorschlag, Container für kaputte Elektro-Kleingeräte aufzustellen, landete im Papiermüll. Innovationen auf dem Gebiet der Müllentsorgung überlässt man lieber anderen Kommunen.

Der kleine Horror-Senat, Folge 4

gaznet.de mischte sich unters Publikum im Sitzungssaal und berichtet nun in mehreren Folgen über den Umwelt- und Verkehrssenat vom 14. November 2017.... Folge 4 (Erträglichkeitsquote: 2 Valium-Tabletten)

 

Wow! Was für ein ausführlicher Sitzungsvortrag zu diesem GAL-Antrag. Auf sieben Seiten wird ausführlichst dargestellt, wie man in Bamberg Klein-Elektroschrott sammeln könnte …. und wie es die Stadtverwaltung auf keinen Fall tun will.

Die GAL hat beantragt, im Stadtgebiet dezentrale Elektroschrottt-Container bei bestehenden Wertstoffinseln (also vor allem neben schon vorhandenen Glas-Containern) aufzustellen. Denn noch viel zu viele Föhns, Toaster oder Rasierapparate landen heutzutage im Hausmüll, was nicht nur umweltschädlich ist, sondern auch wertvolle Ressourcen verschwendet, die in den Geräten stecken und weiterverwertbar sind.

Die Stadtverwaltung hat sich richtig reingekniet in die Recherche zu diesem Antrag. Andere Städte wurden nach ihren Systemen befragt, und so können die Umweltsenatsmitglieder in ihren Sitzungsunterlagen detailliert nachlesen, dass etwa Erlangen 240-Liter-Tonnen mit Euro2-Deckel in Orange verwendet, ausgestattet mit Verpackungseinwurf, Blendring und Bürste sowie gesichert durch ein mit Winkelprofil und Blendnieten von innen gesichertes Automatikschloss. Sofern das die Umweltsenatsmitglieder denn getan haben und nicht schon bei den Hofer Containern mit CE-gekennzeichneten Einwurfklappen und beschichteten Rollgitterboxen auf Seite 2 zu lesen aufhörten.

Man könnte schon fast meinen, dass man im Entsorgungs- und Baubetrieb EBB solch akribische Forschungsarbeit nicht zur Müllvermeidung betreibt, sondern zur Container-Vermeidung. Denn letztendlich empfiehlt die Verwaltung dem Umweltsenat gerade nicht, eines der vier in den anderen Kommunen (Hof, Landkreis Bamberg, Augsburg, Aschaffenburg, Nürnberg, Erlangen) praktizierten Systeme auch in Bamberg einzuführen, sondern alles so zu lassen, wie es ist.

Vor allem die Kosten (Investitionen in Tonnen je nach System zwischen insgesamt 2.000 und 40.000 Euro und laufende Personalkosten zur Leerung) seien zu hoch. Und überhaupt gebe es bei den vorhandenen Wertstoffinseln im Stadtgebiet keinen Platz, da müsse man am Ende noch Parkplätze auflösen um Elektroschrott-Container aufzustellen – geht ja gar nicht! Es gebe jetzt schon für alle Bürger*innen ausreichend Möglichkeit, kaputte Rührgeräte oder Kaffeemaschinen los zu werden: Den Elektrohandel, den Wertstoffhof im Hafen oder über eine Anmeldung beim Sperrmüll.

Auch die Senatsmitglieder der anderen Fraktionen sehen keinen Handlungsbedarf. Anna Niedermaier von der CSU findet den Antrag eigentlich ganz charmant, schlägt allerdings vor, erst mal bei anderen Kommunen nachzufragen (bis wie weit sie wohl den Sitzungsvortrag gelesen hat?). Sebastian Niedermaier (SPD) zeigt sich insgesamt mit dem Ist-Stand voll zufrieden. Nach Einschätzung von Michael Bosch (BA) stellen Container einen zu großen Aufwand dar, dafür gebe es derzeit noch nicht genug Elektro-Kleinmüll, aber er prognostiziert zuversichtlich ein größeres Müllaufkommen für die Zukunft.

Dem Kompromissvorschlag von GAL-Stadträtin Gertrud Leumer, dass die GAL bei der Standortsuche helfen könnte und dass man statt der vollen Anzahl von 40 Wertstoffinseln in Bamberg ja erst mal nur die Hälfte probeweise ausstatten könnte, will niemand folgen. Ihr Antrag auf 2. Lesung wird abgelehnt.

Das Ende der Bamberger Müllcontainer-Geschichte ist damit noch nicht geschrieben. Die GAL bleibt dran – und sogar der Sitzungsleiter, Bürgermeister Dr. Lange (CSU), verspricht zu dem Thema in zwei Jahren erneut einen Erfahrungsbericht zu liefern. Dann, wenn Bamberg vermutlich die letzte Kommune in Bayern ist, die noch keine Sammelcontainer für Klein-Elektroschrott besitzt.

sys

In der nächsten Folge des kleinen Horror-Senats berichten wir über den TOP: Verkehrsentwicklungsplan



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