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GAL-Stadtratsfraktion unterzeichnet Bamberger Appell gegen "Massenlager" 5.03.2018
Soziales, Aktuelles, BA-Thema
Das Ombudsteam der Stadt Bamberg für die "Aufnahmeeinrichtung Oberfranken" AEO spricht sich öffentlich gegen geplante bundesweite Einrichtung von Aufnahmezentren nach dem Vorbild der AEO aus.

Die Mitglieder der GAL-Stadtratsfraktion haben folgenden Appell mit unterzeichnet. Hier im an die Presse geschickten Wortlaut.

(Stand Unterzeichner*innen 28.2.2018)

 

Bamberg warnt vor Massenlager!

Wir, Bambergerinnen und Bamberger, sagen nein zur bundesweiten Einrichtung von so genannten AnkER-Zentren für geflüchtete Menschen.

Wir wissen, was dieses Vorhaben bedeutet. Denn in Bamberg gibt es bereits seit 2015 eine solche Einrichtung. Mit unseren konkreten Erfahrungen lehnen wir solche Lager ab. Diese Massenunterkünfte verursachen unnötig strukturelle Probleme, die trotz des  Engagements des Ombudsteams der Stadt Bamberg, der Zuständigen von der Regierung  und der Bevölkerung kaum zu lösen sind.

Die massenhafte Unterbringung von belasteten und traumatisierten Menschen hinter Zäunen mit Stacheldraht, auf engstem Raum, ohne Privatsphäre und ohne Arbeit führt zu massiver psychischer Belastung für geflüchtete Menschen bis hin zu Re-Traumatisierungen. Frustration und Hoffnungslosigkeit, Depression, Aggression und Gewalt bis zum Anstieg von Kriminalität sind vorprogrammiert.

Für Kinder und Jugendliche bedeuten sie eine Verletzung ihrer Kinderrechte, da weder der Zugang zu normaler Bildung bei einem völlig unzureichenden schulischen Angebot noch eine kindgerechte Unterbringung möglich sind.

Durch die Situation in der Massenunterbringung und Isolierung der Geflüchteten wird auch ihr Kontakt zu den Einheimischen erschwert. Auch die Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber geflüchteten Menschen sinkt, da nur durch Begegnung und gegenseitiges Kennenlernen Vorurteilen und diffusen Ängsten der Einheimischen entgegengewirkt werden kann.

Gerade die Massenunterbringung von Menschen, die selbst durch Flucht, aber auch durch eine Lagersituation belastet sind, verunsichert Anwohner. Diese Gemengelage führt dazu, dass geflüchtete Menschen erneut zum Opfer von Gewalt und Rassismus werden.

Somit sind die sogenannten AnkER-Zentren höchstens ein Anker und „Förderprogramm“ für Rassismus und Rechtspopulismus.

Für die Effizienz der Verfahren ist die zentrale Zusammenführung der Behörden maßgeblich, nicht die Unterbringung der Flüchtlinge in einer sie umgebenden Massenunterkunft, von den unnötig hohen Kosten für gemeinsame Verpflegung (samt Baukosten für Mensa) und den großen Sicherheitsapparat ganz zu schweigen.

Wir fordern eine menschenwürdige und dezentrale Unterbringung der geflüchteten Menschen wie zuvor und warnen dringend davor, das Bamberger Modell bundesweit einzuführen!

 

Erstunterzeichner*innen vom Ombudsteam der Stadt Bamberg für AEO:

Werner Dippold, Mitglied des Ombudsteams der Stadt Bamberg für AEO und Geschäftsführer der AWO Kreisverband Bamberg Stadt und Land
Christine Gnaß, Mitglied des Ombudsteams der Stadt Bamberg für AEO – Freundstattfremd
Ursula Redler, Mitglied des Ombudsteams der Stadt Bamberg für AEO – Richterin und BA-Stadtratsfraktion

Ursula Sowa, Mitglied des Ombudsteams der Stadt Bamberg für AEO – Vorsitzende der GAL-Stadtratsfraktion

Otfried Sperl, Mitglied des Ombudsteams der Stadt Bamberg für AEO – Evangelisches Dekanat

Mitra Sharifi-Neystanak,  Mitglied des Ombudsteams der Stadt Bamberg für AEO, Vorsitzende der AGABY

Ulrike Tontsch, Mitglied des Ombudsteams der Stadt Bamberg für AEO – Freundstattfremd

Joelle Vormann-Pfeifer, Mitglied des Ombudsteams der Stadt Bamberg für AEO, Migranten- und Integrationsbeirat der Stadt Bamberg

 

Weitere Unterzeichner*innen:

Mohamed Hedi Addala (Vorsitzender des Migranten- und Integrationsbeirat der Stadt Bamberg

Wolfgang Budde, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der älteren Bürger Bambergs, Mitglied des Seniorenbeirats der Stadt Bamberg

Ralf Dischinger, Stadtratsfraktion der GAL

Andrea Dittrich, Naturfreunde Deutschland, Ortsgruppe Bamberg

Dekan Hans-Martin Lechner, Ev.-Luth. Dekanat Bamberg

Pfarrerin Mirjam Elsel, Koordinatorin für die Flüchtlingsarbeit im Dekanat Bamberg

Janosch Freudig, Netzwerk Bildung und Asyl

Petra Friedrich, Stadtratsfraktion der GAL

Wolfgang Grader, Stadtratsfraktion der GAL

Daniela Isljami, Interreligiöse Fraueninitiative
Ralf Korschinsky, KAB-Geschäftsführer Diözesanverband Bamberg

Christiane Laaser, Stadtratsfraktion der GAL

Gertrud Leumer, Stadtratsfraktion der GAL

Paul Maar, Schriftsteller

Pfarrerin, Dorothea Münch, Erlöserkirche

Besaret Penzkofer, Migrationssozialdienst der AWO

Günther Pierzig, VVN Bamberg

Tobias Rausch, Stadtratsfraktion der GAL

Andreas Reuß, Stadtratsfraktion der GAL

Julia Römer, DGB Bamberg

Michaela Rügheimer, Vorsitzende des Stadtjugendrings Bamberg

Hubertus Schaller, Arbeitskreis „Erinnern und Gedenken“ des Bamberger Bündnisses gegen Rechtsextremismus und Rassismus

Pfarrer Andreas Schlechtweg, Ev.-Luth. Kirchengemeinde Hallstadt

Sr. M. Martina Schmidt, OSF, Provinzoberin der Dillinger Franziskanerinnen, Provinz Bamberg, KdÖR

Riccardo Schreck, Change eV.

Heinrich Schwimmbeck, Stadtrat Bamberger Linke Liste

Judith Siedersberger, Vorstand Freund statt fremd

Pfarrerin Anette Simojoki, Erlöserkirche

Doris Stadelmeyer, ver.di-Bezirksgeschäftsführerin Oberfranken-West

Pfarrer Christoph Uttenteuther, St. Kilian Hallstadt

Silvia Wartzack, Bamberger Mahnwache Asyl

Dieter Weinsheimer, BA-Fraktionsvorsitzender

Ernst Wilhelm, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Kreis Bamberg

Pfarrerin Susanne Wittmann-Schlechtweg, Ev.-Luth. Kirchengemeinde Hallstadt

 



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