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GAL will Abbiegeassistenzsysteme für städtische LKW 12.06.2018
Verkehr, Aktuelles, BA-Thema, Presse-Mitteilung
Neue moderne Technik kann Unfälle beim Rechtsabbiegen verhindern – Schutz für Radfahrende und Zufußgehende

Pressemitteilung

Mit einem Antrag möchten die Bamberger Grünen erreichen, dass die Stadt Bamberg ihren kommunalen Fuhrpark an Lastkraftwagen mit so genannten Abbiegeassistenzsystemen nachrüstet. Diese sind laut GAL bereits existent und werden von mehreren Verkehrsverbänden gefordert. Abbiegeassistenten geben dem oder der Lkw-Fahrer*in ein akustisches Signal, wenn sich Verkehrsteilnehmende im so genannten toten Winkel befinden. Der Bundesrat hat erst kürzlich einen entsprechenden Beschluss gefasst, sie gesetzlich verpflichtend einzuführen. Ob und wann es dazu kommt, ist jedoch unklar.

„Die sogenannten Rechtsabbiegeunfälle, bei denen Radfahrende oder Fußgänger*innen vom abbiegenden Pkw oder Lke übersehen werden, gehören zu den klassischen Unfällen, deren Ausgang häufig tödlich oder mit schweren Verletzungen endet“, erklärt Vorstandsmitglied Christian Hader die Motivation zu diesem Antrag. Die GAL-Fraktionsvorsitzende und oberfränkische Spitzenkandidatin der Grünen für die bevorstehende Landtagswahl, Ursula Sowa, ergänzt: „Der Einbau eines solchen und qualitativ hochwertigen Abbiegeassistenzsystems kostet ca. 1500 Euro pro Fahrzeug. Das ist ein überschaubarer Betrag, wenn man berücksichtigt, dass sich die Stadt Bamberg der ‚Vision Zero’ verpflichten will, es in Zukunft in Bamberg also keine Verkehrstoten oder Schwerverletzten mehr geben soll.“

Die Dringlichkeit des Antrags erklärt Christian Hader durch Geschehnisse in der jüngsten Vergangenheit: „In den vergangenen Wochen wurden innerhalb weniger Tage Öffnet externen Link in neuem Fensterin München ein neunjähriges Mädchen und Öffnet externen Link in neuem Fensterin Köln ein sieben Jahre alter Junge von abbiegenden Lkws getötet, darunter ein städtisches Müllfahrzeug. Im Jahr 2017 kamen deutschlandweit 38 Menschen durch abbiegende Lastkraftwagen zu Tode, in Bamberg im Jahr 2015 eine junge Studentin. Dieses sinnlose Sterben kann durch einfache technische Möglichkeiten gestoppt werden, das Geld darf dabei keine Rolle spielen.“

Die Bamberger Grünen verweisen abschließend darauf, Öffnet externen Link in neuem Fensterdass die Stadt Augsburg den von der GAL geforderten Weg bereits beschreitet und alle städtischen Fahrzeuge entsprechend nachrüstet. Die Stadt Bamberg soll diesem Positivbeispiel nun folgen.

ch





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Kommentare zu diesem Artikel

Tiberius Sempronius Gracchus schrieb am10.07.2018 17:38 Uhr folgenden Kommentar:
Ferenc schrieb am04.07.2018 17:35 Uhr folgenden Kommentar:
So wichtig, erforderlich und längst überfällig die Abbiegeassistenten für Lastkraftwagen auch sind, darf nicht übersehen werden, daß viele Unfälle mit Radfahrerbeteiligung auch deshalb geschehen, weil die Vorfahrt auf dem Radweg von Pkw-Fahrern schlichtweg mißachtet wird. Aus der parallelen Fahrbahn abbiegend, unterlassen viele den Schulterblick oder vertrauen auf die Bremsbereitschaft der Radler. Und wer aus Seitenstraße oder Grundstückszufahrt kommt, sieht meist erst zur Seite, wenn sein Wagen längst den Radweg blockiert. Radfahr-, Seiten- und sogenannte "Schutzstreifen" weisen hier ein zwar geringeres Risiko auf, sind aber immer noch gefährlicher als die Hauptfahrbahn.

Hingegen gibt es im Parallelverkehr auf der Fahrbahn nur wenige Unfälle - und die sind nicht selten "provoziert", weil der Radler zu scharf am Fahrbahnrand entlang fährt und viele Kraftfahrer deshalb meinen, ohne auszuweichen, also ohne ausreichenden Seitenabstand passieren zu können. Und genau dieses unfallträchtige, von der Rechtsprechung nicht gedeckte Fahrverhalten wird den Radlern von frühester Kindheit an durch die (polizeiliche) Verkehrserziehung nahegelegt und durch (meist zu schmale) Fahrradspuren erzwungen.

Die zwangsweise Separierung der Radler vom motorisierten Fahrverkehr, auch die "protected-bike-lanes", sind daher der falsche Ansatz, Radfahren sicherer zu machen. Vielmehr muß sicheres Radeln mit ausreichendem Abstand zum Fahrbahnrand Ziel der Verkehrserziehung sein, während die Fahrausbildung zwingend auf mehr Rücksichtnahme und Einhaltung der Seitenabstände gegenüber Radlern hinzuwirken hat.

Bekämpft werden müssen die Ursachen der Unfälle. Kurieren an einzelnen Symptomen wird die Probleme nie lösen.

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